
liga3-online.de
·2. April 2025
DSC-Pokalwunder: Nur noch ein Sieg bis Europa – Terminhatz droht

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·2. April 2025
Durch den sensationellen Pokal-Coup gegen Bayer Leverkusen steht Arminia Bielefeld nicht nur erstmals in seiner Vereinsgeschichte im DFB-Pokal-Finale, sondern hat auch die schier unglaubliche Chance, sich mit einem Sieg im Endspiel für die Europa League zu qualifizieren. Im Endspurt der Saison droht den Ostwestfalen allerdings eine Terminhatz.
Als wäre es noch schon Wahnsinn genug, dass mit Arminia Bielefeld ein Drittligist nach Berlin reist, fehlt den Ostwestfalen jetzt nur noch ein Sieg bis Europa. Sollte der DSC den Pott tatsächlich als zweiter unterklassiger Verein nach Hannover 96 (1992) holen – was nach der märchenhaften Pokalreise in dieser Saison der absolut verdiente Lohn wäre und spätestens seit Dienstagabend auch nicht mehr völlig utopisch ist -, würden die Bielefelder in der kommenden Saison in der Europa League spielen. Und das womöglich als Drittligist, sollte der Aufstieg nicht gelingen.
Das gab es in der Geschichte des deutschen Profifußballs erst einmal: 2001 hatte sich Union Berlin als Klub aus der drittklassigen Regionalliga für das Endspiel qualifiziert und war dort auf Schalke 04 getroffen. Den Königsblauen mussten sich die Eisernen zwar mit 0:2 geschlagen geben, hatten den Startplatz im UEFA-Cup aber dennoch sicher, weil Schalke sich über die Liga für die Champions League qualifiziert hatte.
Mittlerweile reicht die bloße Teilnahme am Finale für die Europa-Qualifikation allerdings nicht mehr. Die Regelung, dass der Verlierer nachrückt, sollte der andere Final-Teilnehmer bereits über die Liga für das internationale Geschäft qualifiziert sein, wurde zur Saison 2015/16 dahingehend geändert, dass in diesem Fall der nächstplatzierte Bundesligist in der Europa League steht. Entsprechend wäre der Tabellensechste dann direkt qualifiziert, während der Siebte die Playoffs für die Europa-Conference-League spielen würde.
Während auf der einen Seite Europa – und damit der größte Erfolg der Vereinsgeschichte – winkt, droht auf der anderen Seite eine Terminhatz im Endspurt. Schon jetzt ist klar, dass das Endspiel im Landespokal-Finale, das wie das DFB-Pokal-Finale für den 24. Mai terminiert worden ist, definitiv an einem anderen Tag stattfinden muss. Dass ein Verein sowohl im Landespokal- als auch im DFB-Pokal-Finale steht, ist ein Novum. Deutlich problematischer wird es, sollte die Arminia die Relegation zur 2. Liga erreichen.
Eigentlich würde die Partie gegen den Drittletzten der 2. Bundesliga am 23. Mai – und damit nur einen Tag vor dem Pokalfinale – sowie am 27. Mai stattfinden. Doch in diesem Fall würde am 21. und 28. Mai gespielt werden. Das könnte bedeuten, dass die Arminia im Saisonfinale binnen zwölf Tagen – anfangen mit dem letzten Drittliga-Spieltag am 17. Mai – vier überaus wichtige Spiele bestreiten muss. Ein durchaus herausforderndes Programm für die Mannschaft von Trainer Mitch Kniat.
Sollte Arminia am Ende der Saison nicht mindestens Vierter werden, würde auch das Landespokal-Finale eine besondere Bedeutung bekommen. Dieses müssten die Ostwestfalen dann nämlich gewinnen, um in der kommenden Saison wieder im DFB-Pokal dabei zu sein. Denn selbst wenn die Arminia den DFB-Pokal gewinnen sollte, würde Bielefeld kein Startrecht erhalten.