
liga3-online.de
·27. März 2025
Lage und Prognose vor dem Endspurt: Die obere Tabellenhälfte

liga3-online.de
·27. März 2025
Nur noch neun Spiele! Nach der Länderspielpause biegt die Saison nun endgültig auf die Zielgerade ein. Ein geeigneter Zeitpunkt, um noch einmal einen Blick auf alle 20 Drittligisten zu werfen und eine Prognose abzugeben. Heute: die obere Tabellenhälfte.
Lage: Die gröbsten Sorgen hätten sich die Veilchen wohl vom Leib geschafft, wenn vor der Länderspielpause ein Sieg gegen Waldhof Mannheim gelungen wäre. Aber der Fußball spielt nicht im Konjunktiv, weswegen Jens Härtel weiter für Klarheiten sorgen muss. "Die Sinne brauchen wir nicht schärfen. Die sind immer scharf. Wir haben in den letzten Wochen nie etwas anderes erzählt", hob der 55-Jährige nach der letzten Niederlage hervor, dass Aue noch nicht am Ziel angekommen ist.
Prognose: Der erste Erfolg unter Jens Härtel ließ länger auf sich warten, doch mit drei Siegen in Folge machten die Veilchen wieder Boden gut. Aber nicht nur gegen Mannheim, sondern auch gegen Rostock (1:4) war das Erzgebirge nicht auf der Höhe. Ohne Torjäger Marcel Bär (elf Tore/sechs Vorlagen) geht es in den Endspurt, weshalb sich Aue seiner Sache noch nicht zu sicher sein darf. Ein Platz im Mittelfeld wird es am Ende trotzdem. Platz 9-11
Lage: Nicht Fisch, nicht Fleisch. Die gängige Fußballfloskel trifft auf die Hessen ziemlich genau zu, denn Wiesbaden bildet alleinig sozusagen das Mittelfeld der Tabelle. Sieben Punkte stehen als Vorsprung vor den Abstiegsplätzen auf der Habenseite, neun Zähler fehlen zum Relegationsrang. Der SVWW versackt allmählich im Trott der Saison, es fehlt die Konstanz. Den ganz großen Aufschrei gab es beim Zweitliga-Absteiger aber noch nicht. Als Fahrstuhl-Mannschaft der letzten Jahre sind die Wiesbadener ein Übergangsjahr gewohnt.
Prognose: Eine graue Maus spielt um die goldene Ananas. Oder etwa nicht? Der SVWW hat ein äußerst gemischtes Programm gegen Aufstiegsfavoriten und Abstiegskandidaten vor der Brust. Normalerweise wird bei den Hessen nichts mehr anbrennen, denn zum Klassenerhalt fehlen eine Handvoll Punkte. Diese wird Wiesbaden vermutlich noch einfahren – aber gut möglich ist, dass sich am Tabellenplatz der Döring-Elf nichts mehr verändern wird. Platz 7-10
Lage: Das Maximale der Saison ist das Ziel des Sportclubs, der so oft in der 3. Liga schon gegen den Abstieg spielte. Niederlagen in den Duellen gegen Cottbus, Dresden oder Ingolstadt verhinderten in den letzten Wochen, dass die Verler stattdessen dieses Jahr ganz groß im Aufstiegskampf mitmischen. Der Rückstand auf den dritten Platz beträgt sieben Punkte, was im Endspurt durchaus ambitioniert erscheint. Aber der SCV wird sehr befreit aufspielen können, wie es schon über weite Strecken der Fall war.
Prognose: Verl hat noch Rostock vor der Brust, aber auch den 1. FC Saarbrücken. Darüber hinaus spielt der Sportclub ausschließlich gegen Mannschaften aus der zweiten Tabellenhälfte, was eine gute Voraussetzung für eine Aufholjagd sein könnte. Nicht zu vergessen bleibt, dass der SCV sportlich in dieser Saison schon manchen Misserfolg einstecken musste, obwohl das Chancenplus bei den Ostwestfalen lag. Als Überraschungsteam kann Verl weiter für Furore sorgen. Platz 5-9
Lage: Im Aufstiegskampf bleibt die Kogge eine große Unbekannte, denn gegenüber der Konkurrenz hat Rostock noch ein Nachholspiel gegen den Tabellenletzten aus Unterhaching in der Hinterhand. Drei Punkte werden von den Fans fest eingeplant – was aber auch schon am Aachener Tivoli zuletzt der Fall gewesen war. Dort ließ sich Rostock jedoch eine gute Möglichkeit zum Aufschließen an die Spitzenplätze entgehen. Cheftrainer Daniel Brinkmann hat den zweitbesten Saisonschnitt aller aktuellen Drittliga-Trainer.
Prognose: Mit den Ostseestädtern ist im Aufstiegskampf noch zu rechnen. Wären da nicht diese Ausrutscher, die dann auch im Ergebnis tief einschneiden – wie gegen Cottbus (1:3), Wiesbaden (1:4) oder Mannheim (0:5). Gleichzeitig konnten jedoch Spitzenteams wie Dresden (1:0) oder Ingolstadt (2:0) geschlagen werden. Noch etwas mehr Konstanz, dann zeichnet sich vielleicht ganz schnell ab, wohin die Kogge in dieser Saison noch steuern kann. Platz 3-7
Lage: Vielerorts wurde die Viktoria schon früh als Abstiegskandidat Nummer eins eingestuft, was Cheftrainer Olaf Janßen angesichts der Transferbewegungen im vergangenen Sommer selbst nicht von der Hand weisen wollte. Aber Köln ist mehr als nur Said El Mala (acht Tore/fünf Vorlagen), der zwar zuletzt fehlte, aber ohne den die Viktoria trotzdem Spiele für sich entscheiden kann. Sechs Punkte hinter dem Relegationsplatz – für ein Team, das nur gewinnen kann, eine gute Ausgangsposition für weitere Überraschungen.
Prognose: In dem sicheren Wissen, dass Olaf Janßen seinen Posten am Saisonende an Co-Trainer Marian Wilhelm übergeben wird, kann die Viktoria in der letzten Saisonphase weiter befreit aufspielen. Die direkten Duelle mit den Spitzenteams werden interessant, denn darüber hinaus bekommen es die Kölner fast ausschließlich mit Kellerteams zu tun. Potential für den einen oder anderen Coup bleibt bestehen. Platz 4-7
Lage: Die Schanzer bleiben immer nah dran, aber der letzte Schritt fehlt. Die Mannschaft von Sabrina Wittmann bringt sich stets in eine gute Position, um dann alles mit kleineren bis mittelgroßen Ausrutschern wieder einzureißen – so auch durch die Tatsache, dass nur acht Punkte aus den letzten sieben Spielen geholt wurden. Trotzdem fehlen Ingolstadt nur fünf Zähler, um zum Relegationsplatz aufzuschließen. Umso ärgerlicher, wie oft sich der FCI das Leben selbst schwer macht. So auch im Landespokal (0:1 bei Viertligist Illertissen).
Prognose: Am Ende wird es vermutlich ein Ausrutscher zu viel gewesen sein. Der Weg in die Spitzengruppe ist zwar nicht weit, doch dazu müssten die Ergebnisse der Ingolstädter erst einmal stabil sein. Bis auf wenige Phasen in der Saison war das beim FCI allerdings nicht der Fall, was sich auch dadurch widerspiegelt, dass Ingolstadt noch keine drei Spiele in Folge gewinnen konnte. Nur mit letzter Konsequenz würde es noch einmal spannend werden. Platz 3-6
Lage: Die Ostwestfalen haben das Landespokal-Finale erreicht, das DFB-Pokal-Halbfinale vor Brust und mindestens die Relegation zur 2. Bundesliga im Visier. Bielefeld tanzt auf drei Hochzeiten, doch die Liga genießt bei der Mannschaft von Mitch Kniat klaren Vorrang. Die lange, lange Talfahrt vom Klassenerhalt in der Bundesliga bis hin zum Abstiegskampf in der 3. Liga könnte auf eindrucksvolle Art und Weise korrigiert werden, was nach vielen Jahren wieder Euphorie auf der Alm auslöst.
Prognose: Aufgrund der letzten Spielzeiten wird Bielefeld die kommenden Aufgaben mit großer Demut angehen. Das kann helfen, um die Ruhe im Aufstiegskampf zu bewahren. Im April rechnen die Fans mit entscheidenden Duellen, denn Köln, Rostock, Ingolstadt und Dresden werden in dieser Reihenfolge gegen die Ostwestfalen antreten. Drumherum darf sich allerdings kein Leichtsinn einschleichen, um alle Chancen zu wahren. Und der DFB-Pokal muss Belohnung, nicht Ablenkung sein. Platz 2-5
Lage: Erst verloren die Saarländer das direkte Duell gegen Bielefeld (1:3), dann überraschend das Heimspiel gegen den VfB Stuttgart II (0:2). Zwei bittere Niederlagen, die das Nervenkostüm im Umfeld der Saarbrücker deutlich anspannen. Das einstige Gründungsmitglied der Bundesliga will zurück ins Unterhaus – daran ließ auch Rüdiger Ziehl, der sich von der Erwartungshaltung der Fans nicht unter Druck setzen lässt, keine Zweifel. Beim FCS entsteht das Gefühl, dass die Mannschaft noch etwas gewinnen muss und nichts verteidigen soll.
Prognose: Der Druck auf die Saarländer ist hoch. Die Qualität in der Mannschaft kann dieser Erwartungshaltung jedoch standhalten, denn über weite Strecken der Saison zeigte sich der FCS entsprechend stabil – auch in Phasen, in denen die Ziehl-Elf keine Leckerbissen auf dem Rasen ablieferte. Normalerweise ist das ein Merkmal, das sich oft ein Aufsteiger am Ende einer Saison auf die Fahne schreiben darf. Platz 1-4
Lage: Steigt zum dritten Mal in Folge ein Aufsteiger auf? Die Lausitzer konnten ihre Schwächephase vor der Länderspielpause beenden – insgesamt vier Punkte sprangen aus der Englischen Woche heraus. Und einer Sache kann sich jeder sicher sein: Cheftrainer Claus-Dieter Wollitz wird bis zur letzten Saisonminute weiter wie ein Löwe für seine Mannschaft kämpfen. Keine Woche vergeht, in welcher der Fußballlehrer nicht seine Meinung zum Fußballgeschäft kundtut. Mit dem Effekt, dass er den Fokus auf sich und weg vom Team lenkt.
Prognose: Man mag ihn lieben oder nicht, aber wenige können das Feuer in einer Mannschaft so sehr entfachen wie Claus-Dieter Wollitz. Und die Jungs aus der Lausitz wissen längst, zu was sie mit einer konzentrierten Leistung fähig sind. Nach 29 Spieltagen lügt die Tabelle bekanntlich nicht, sodass dem Durchmarsch der Cottbuser nichts im Wege steht. Am Ende wird es womöglich eine Kraftfrage sein, aber gerade Wollitz kann seinem Team den nötigen Schwung verleihen. Platz 1-4
Lage: Im Vorjahr kostete die Rückrunde den Aufstieg, auch dieses Mal schwankt die Mannschaft von Thomas Stamm durch die zweite Saisonhälfte. Allerdings haben die Dresdner dieses Mal den Vorteil, dass sie als Tabellenführer in den Endspurt gehen – also müssten mindestens zwei Teams die SGD noch überholen. Dafür zeigte sich Dynamo über weite Strecken eigentlich zu stabil, sodass vier Spiele in Folge nicht mehr verloren gingen. Das Selbstverständnis eines Spitzenreiters drängt sich bei den Dresdnern allerdings nicht immer auf.
Prognose: Dynamo Dresden hält alle Karten in der Hand, doch die Zitterpartie der letzten Saison schwebt über den Köpfen des sächsischen Umfelds. Auch die Fans werden ihre Nervosität ablegen müssen, um der SGD auf den letzten Metern die nötige Unterstützung zu geben, damit nichts mehr anbrennt. Die Fähigkeiten dazu hat die Stamm-Elf allemal. Und dieses Mal wird es reichen. Platz 1-3
Weiterlesen: Die untere Tabellenhälfte