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·16 febbraio 2025

Drei Erkenntnisse nach Leverkusen: Atlético wäre das kleinere Übel

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Der FC Bayern holt am 22. Bundesliga-Spieltag bei Bayer Leverkusen ein torloses Remis – ein wichtiger Schritt Richtung Titel. FCBinside liefert drei Erkenntnisse zur Partie.

Doublesieger gegen Rekordmeister, Tabellenzweiter gegen Tabellenerster – das Duell in der BayArena war das absolute Topspiel der Bundesliga. Am Ende trennten sich Bayer Leverkusen und der FC Bayern mit einem 0:0-Unentschieden. Das Spiel lieferte folgende Erkenntnisse:


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1. Bayern kann auch dreckig

Das Positive zuerst: Mit dem torlosen Remis in der BayArena haben die Bayern einen entscheidenden Schritt zum Gewinn der Meisterschaft gemacht. Der Vorsprung an der Tabellenspitze beträgt auch nach dem zweiten Bundesliga-Duell mit dem härtesten und einzigen Verfolger Leverkusen acht Punkte. Das ist komfortabel. Noch nie verspielte eine Mannschaft im Titelrennen einen so großen Vorsprung zu diesem Zeitpunkt. Bei einer Niederlage wäre die Lage bedeutend ungemütlicher gewesen, dann hätte die Werkself wahrscheinlich nochmal frischen Wind im Meisterkampf bekommen.

Im Spitzenspiel zeigten die Bayern Qualitäten, auf die man sich eigentlich nie verlässt: Die Mannschaft von Trainer Vincent Kompany überließ dem Gegner komplett das Spiel, konzentrierte sich ausschließlich auf das Verteidigen und scherte sich nichts um das eigene Angriffsspiel.

Im Fokus standen Zweikämpfe, Laufduelle und das ein oder andere Foul. „Auch mal ein dreckiges Unentschieden mitnehmen!“, war das treffende Fazit eines Users bei X. „Mia san Mia“ ist zwar etwas anderes, aber ein Topteam muss auch mal ein solches Spiel gewinnen. Bayern kann also auch dreckig.

Dass die Münchner das Spitzenspiel so angehen, war für viele Fans überraschend – die Mannschaft selbst war aber von Coach Kompany auf genau dieses Szenario vorbereitet. Kapitän Manuel Neuer verriet nach dem Schlusspfiff, man habe „unter der Woche Box defending trainiert“.

Der Strafraum sollte also konsequent verteidigt werden, das ist den Bayern über weite Strecken gelungen. Aber: Leverkusen hatte am Ende trotzdem vier Großchancen, darunter zwei Lattentreffer. Die reine Defensiv-Taktik hätte auch in die Hose gehen können.

Am Ende zählt für die Bayern aber das Ergebnis und die Situation in der Tabelle. Das Topspiel lag auch zwischen Hin- und Rückspiel der Champions-League-Playoffs gegen Celtic Glasgow, das erste Duell in Schottland hatte Kraft gekostet.

Unter diesen Umständen ist die Defensiv-Marschroute in Leverkusen verständlich. Ein Sieg in Glasgow, ein Unentschieden in Leverkusen – diese Bilanz zur Mitte des bayerischen Mega-Februars hätten beim FCB vorher bestimmt alle unterschrieben.

2. Offensive macht Sorgen

Bei aller Freude über den hart erkämpften Punkt müssen sich die Bayern aber auch eingestehen: Die Offensiv-Performance war unterirdisch, weil eigentlich nicht existent.

Grundsätzlich stellen die Bayern die beste Offensive der Liga, in Leverkusen kam man aber auf keinen einzigen Torabschluss in der ersten Hälfte. Das war ein Negativrekord für die Bayern. Das kam seit der Datenerfassung in der Bundesliga noch nie vor beim deutschen Rekordmeister. Folglich verbuchte man auch einen xG-Wert von 0,00 nach Halbzeit. Zu Deutsch: Vorne bekamen die Bayern überhaupt nichts gebacken. Das ging in der zweiten Hälfte so weiter, nach Schlusspfiff standen magere zwei Torversuche zu Buche.

Die nominell offensiven Flügelstürmer Michael Olise und Kingsley Coman wurden gezwungen, als zusätzliche Außenverteidiger zu agieren. Jamal Musiala führte zahlreiche Defensivzweikämpfe, aber konnte im Spiel nach seiner Vertragsverlängerung überhaupt nicht für Entlastung sorgen: Kein gutes Dribbling, kein offensiver Geniestreich.

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Foto: IMAGO

Harry Kane bekam überhaupt keine Bälle. Der 100-Millionen-Stürmer war mehrmals sogar im eigenen Strafraum zu finden. Gefahr im Angriff verbreitete er keine.

Diese Offensivleistung muss den Bayern Sorgen machen. Eigentlich ist der Rekordmeister zu hochkarätig besetzt, um sich vom Gegner so aus dem Spiel nehmen zu lassen. Gerade für die wahrscheinlich anstehenden Duelle ab dem Champions-League-Achtelfinale ist das ein schlechtes Zeichen. Die Bayern müssen ihren Gegnern satzungsgemäß das eigene Spiel aufzwingen, ein so passiver Auftritt wie in Leverkusen passt nicht ins eigene Selbstbild.

3. Lieber Atlético als Leverkusen

Der Ausblick auf die nächste Runde in der Champions League bringt einen gleich wieder zu Bayer Leverkusen. Sollten die Bayern das Achtelfinale der Königsklasse erreichen – was nach dem Hinspiel-Sieg in Glasgow wahrscheinlich ist – könnte man nochmal auf den Doublesieger der letzten Saison treffen.

Der nächste Gegner im neuen UEFA-Modus heißt dann nämlich entweder Leverkusen oder Atlético Madrid. Es schien schon nach der Auslosung so, als würden die Bayern-Verantwortlichen am liebsten Leverkusen aus dem Weg gehen. Spätestens nach dem jüngsten Bundesliga-Topspiel muss man aus Bayern-Sicht sagen: Hoffentlich wird es nicht Leverkusen!

Klar, Atletico ist ebenfalls ein europäisches Topteam und immer ein unangenehmer Gegner. Der aktuelle Tabellenzweite aus Spanien wäre aber wohl trotzdem nicht so schwer zu knacken wie der Tabellenzweite aus Deutschland.

Die jetzt drei Duelle in dieser Saison mit Leverkusen haben gezeigt, dass die Rheinländer aktuell Bayerns härtester Gegner sind. In der Bundesliga gab es zwei Unentschieden – wobei in München die Bayern die klar dominierende Mannschaft war.

In der Allianz Arena setzte es danach aber auch das Aus im DFB-Pokal gegen die Mannschaft von Trainer Xabi Alonso. Das zeigt: Auch in K.o.-Spielen wäre Leverkusen gefährlich.

Erreichen die Bayern tatsächlich das Achtelfinale der Champions League, wäre Atlético Madrid das kleinere Übel.

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