FC Bayern scheitert in der Champions League an Lyon | OneFootball

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·26 marzo 2025

FC Bayern scheitert in der Champions League an Lyon

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Eine Halbzeit lang war es spannend, dann brach der FC Bayern ein und schied mit 4:1 bei Olympique Lyon aus der Champions League aus.

In Lyon wartete eine der schwerstmöglichen Aufgaben im europäischen Fußball auf den FC Bayern: Auswärts beim Rekordsieger einen Rückstand aufholen. Nachdem man vergangenen Samstag einen 0:2 Rückstand im Pokalhalbfinale gedreht hatte, wollten Harder und Co. das Kunststück auf der größten Bühne Europas wiederholen.


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Im Vergleich zum Spiel gegen Hoffenheim wechselte Trainer Straus wieder vier Mal: Grohs rückte für Mahmutovic zurück in den Kasten, die genesene Giulia Gwinn ersetzte Michelle Ulbrich, Tanikawa durfte für Alara ran und Zadrazil musste für Zigiotti Platz machen. Außerdem bemerkenswert: Die unter großen Schmerzen ausgewechselte Tuva Hansen war fit und spielte neben Magda Eriksson in der Innenverteidigung.

FC Bayern bei Lyon: Der Spielverlauf

Energischer FC Bayern jagt den Rückstand

„Wie wissen, was wir machen müssen“, hatte Jovana Damnjanović im Vorfeld der Partie gesagt. Und dass konnte man in den Anfangsminuten direkt beobachten: Die Münchnerinnen begannen zielstrebig und intensiv. Die beste Chance hatte dabei Pernille Harder, die am Fünfmeterraum gearde noch von Wendy Renard geblockt wurde (7.).

In der Folge fand auch Lyon etwas besser im Spiel und eine offene Partie entwickelte sich. Immer wieder versuchte der FCB schnell Vertikalität in ihre Angriffe zu bringen – über lange Bälle oder über Schnittstellenpässe. Meist konnte Lyon das in letzter Linie aber verteidigen, während auf der anderen Seite regelmäßig beim letzten Pass Genauigkeit und Schärfe fehlte.

Nachdem die Offensivbemühungen gerade drohten etwas abzuflachen, eroberte Caro Simon auf der linken Seite den Ball, über Damnjanović und Tanikawa ging es zu Klara Bühl. Die deutsche Nationalspielerin machte einen formidablen Sprint die linke Seite herunter und platzierte ihren Abschluss aus spitzem Winkel perfekt an den Innenpfosten, von wo der Ball ins Tor sprang (33.).

Der FCB blieb nach der Führung giftig und energetisch und hatte mit Sydney Lohmann nochmal eine große Kopfballchance nach einer Ecke (44.), konnte aber vor der Pause kein zweites nachlegen. Mit der halb bezahlten Miete ging es also zum Pausentee. Zur Halbzeit waren die Roten sechs Kilometer mehr gelaufen (58 zu 52). Eine Statistik, an der man erkennen kann, wie viel intensiver sie diese Hälfte bestritten.

Der FC Bayern verliert in der Kabine komplett den Faden

Nach 27 Sekunden in der zweiten Halbzeit schafften es die Bayern es direkt, die hart erarbeitete Ausgangssituation wieder einzureißen: Eine flache Flanke von Diani wird von Hansen zunächst noch geklärt. Eriksson lässt den Ball allerdings durch, zurück auf Diani, die diesmal per Chip Dumornay findet, die zwischen Gwinn und Hansen frei steht. Aus kürzester Distanz muss sie dann nur noch einköpfen (46.).

Kurz darauf folgte die nächste schlechte Nachricht: Damnjanović musste verletzt raus, für sie kam Lea Schüller. Das nahm bei den Bayern komplett den Fluss raus. Wenige Minuten später legte Giulia Gwinn einen eigentlich geklärten Ball nochmal Diani vor, die unhaltbar ins Kreuzeck zum 2:1 einschweißte (54.). Jetzt brauchte der FC Bayern also insgesamt vier Tore, um sich in die Verlängerung zu retten.

Wieder nur einige Minuten später wurde es deutlich: Abermals ein Konterangriff über die rechte Seite von Diani, die in die Mitte auf Chawinga legte. Letztere durfte ins leere Tor einschieben (60.), um dieses Viertelfinale endgültig zu entscheiden.

Nach dem 3:1 flachte das Spiel ab. Der FC Bayern war zwar weiter bemüht, aber es war allen Beteiligten klar, dass an diesem Abend nichts mehr gehen würde. Auch die Auswechslungen von Harder (67.) und Bühl (78.) sendeten genau das Signal. Auch von Lyon kam nicht mehr so viel Offensivdrang, wie direkt nach der Pause.

Kurz vor Schluss musste Momoko Tanikawa noch verletzt das Feld verlassen – bleibt die Hoffnung, dass es ähnlich glimpflich verläuft wie bei Tuva Hansen am Wochenende. In die bayerische Unterzahl stach dann nochmal Ada Hegerberg durch die Beine von Mala Grohs zu.

So plätscherte die bayerische Champions-League-Saison zuende. Am Ende steht nach Hin- und Rückspiel eine klare 1:6 Niederlage gegen Olympique Lyon.

FC Bayern bei Lyon: Dinge, die auffielen

Alex Straus kann auch anders

Eigentlich ist der norwegische Coach des FC Bayern stets bedacht auf Kontrolle. Er geht offensiv nicht gerne viel Risiko mit zu direktem Spiel. Das führt zu häufigeren Ballverlusten und potenziellen Gegenangriffen. Nach dem Motto: Wenn die Gegnerinnen den Ball nicht haben, können sie auch keine Tore schießen. Es geht darum kontrolliert das Spiel aufzubauen – den Gegner eizuschnüren und sich kontrolliert Großchancen zu erspielen.

Wenn man aber gegen eines der besten beiden Teams Europas mit 0:2 hinten liegt, muss man manche Prinzpien über Bord werfen. So auch Straus: Der FC Bayern suchte in dieser Partie immer wieder sehr schnell die Tiefe, zeigte großen Zug zum Tor. Lange Bälle hinter die letzte Kette von Lyon und Steilpässe in die Schnittstellen waren beliebte Stilmittel.

Diese Vertikalität führte auch zum zwischenzeitlichen 1:0. Direkt vom Ballgewin weg gingen Tanikawa und Bühl im Doppelpass in die Tiefe, sodass Bühl freie Bahn in den Strafraum hatte.

Jovana Damnjanović: Pressingmonster

Im Hinspiel hatte noch Lea Schüller von Beginn an gespielt. Im Rückspiel war die Serbin dran und hatte sofort Einfluss auf das Spiel. Insgesamt gingen die Münchnerinnen auch gegen den Ball logischerweise mit einem aggresiven Ansatz in das Spiel. Vorne ging man früh und aggressiv drauf, nach Ballverlust ging man in intensives Gegenpressing über.

Dafür war Jovana Damnjanović die perfekte Spielerin. Immer wieder war sie es, die beim Pressing den Ton angab. Sie war auf dem ganzen Rasen unterwegs, führte Zweikämpfe und bot sich nach Ballgewinn an – so auch vor dem einzigen Treffer des FCB.

Es fehlt noch einiges zur Spitze von Europa

Der FC Bayern hat schon sehr gute Bausteine, um auch international mithalten zu können: Viggósdóttir, Stanway, Oberdorf, Harder und Bühl sind alles Spielerinnen mit dem Anspruch zur Spitze Europas zu gehören. Alara und Tanikawa sind zwei Talente, die diese Niveau auch mal erreichen werden. Es gehört zur Wahrheit, dass von diesen sieben Spielerinnen nur zwei fit waren und zwei weitere noch Teenager sind.

Gleichzeitig zeigt gerade das Fehlen dieser Akteurinnen auf, dass der übrige Kader eben noch nicht ganz das Zeug hat ganz oben mitzuspielen. Gerade individuelle Fehler und Abgezocktheit haben in den entscheidenden Phasen dieses Viertelfinales den Unterschied gemacht. Das darf gegen Olympique Lyon durchaus mal passieren.

Jeden Verein dieser Welt würde es nämlich schmerzen, wenn drei, vier wichtige Spielerinnen fehlen. Wenn man allerdings mit den Größten mithalten will, dann muss der Kader das trotzdem besser auffangen können. Verletzungen gehören zum Leistungssport dazu – vor allem, wenn immer mehr Spiele dazukommen. Kommende Saison wird die Bundesliga vergrößert, in der Champions League kommt auch eine eventuelle Zwischenrunde dazu. Die Qualität in der Kadertiefe ist ebenso wichtig, wie die Qualität in der Kaderspitze.

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